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Wir sind die Guten! – Ein Plädoyer für die Helden des Friseurhandwerks

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© Di Studio, prudkov – Fotolia.com Montage: Guido Scheffler

Für Mitarbeiter und Chefs in einem Friseursalon ist es unverzichtbar, sich gegenseitig zu verstehen. Auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen: Das Verhältnis zwischen diesen beiden Parteien ist selten perfekt. Klischeehafte Vorurteile über „Arbeitgeber“ und „Arbeitnehmer“schwelen unter einer meist freundlich lächelnden Gesichtsoberfläche – auf beiden Seiten!

Doch genau diese Oberflächlichkeit ist es, die ein Team daran hindert, für dieselben Ideale einzustehen und für den gemeinsamen Erfolg zu kämpfen. Natürlich hat jeder Mensch andere private Ziele in seinem Leben und setzt somit auch andere Prioritäten. Solch unterschiedliche Erwartungen vom Leben führen oft zu Interessenkonflikten. Aber stehen wir nicht eigentlich alle auf derselben Seite?

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Vertrauen und Verständnis füreinander schaffen!

„Chefs von Friseursalons sollten sich ihren Mitarbeitern mehr öffnen, ihnen mehr Einblick in die Logik des Unternehmerlebens gewähren“, meint Guido Scheffler. Als langjähriger Saloninhaber weiß er, dass Friseurgesellen sich nicht von allein der wirtschaftlichen Zusammenhänge in einem Friseursalon bewusst sind, was häufig zu Missverständnissen führt.

„Ich will damit nicht sagen, dass der Chef sein Privatleben vor dem Personal ausbreiten sollte. Aber zu einer guten Teamarbeit gehört, dass alle Mitstreiter verstehen, an welchem großen Ziel wir täglich gemeinsam arbeiten. Nur so kann jeder im Team realistisch einschätzen, wie das eigene Verhalten dem Unternehmen, den Kollegen und sich selbst nützt oder schadet.“, sagt Scheffler.

„Es geht doch nicht nur darum, Arbeit zu haben, um Geld zu verdienen. Tatsächlich geht es doch um sehr viel mehr! Es geht darum, einem Unternehmen ein einzigartiges Gesicht zu verleihen, um es dauerhaft erfolgreich zu machen. Nur so können doch alle Beteiligten davon profitieren!

Probleme gemeinsam lösen, Rückschläge gemeinsam verkraften, Erfolge gemeinsam feiern, gemeinsam arbeiten und sich gemeinsam dafür belohnen… Seite an Seite für das Gute kämpfen und siegen!“ Mit dem folgenden Beitrag fordert Scheffler mehr Wertschätzung für das alltägliche Heldentum im Friseursalon…

Wir Friseure sind doch auch nur Helden!

 

Guido Scheffler - Fachkaufmann für Marketing, FriseurunternehmerEin Beitrag von Guido Scheffler,

Friseurunternehmer seit 1996,

Fachautor für Management und Marketing im Friseurhandwerk,

geprüfter Fachkaufmann für Marketing,

Geschäftsführer von Friseur-Unternehmer.de

Inhaber von Danny’s – Ihr Friseur und Beautysalon in Wismar

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© zinkevych – Fotolia.com

Helden dürfen auch mal schwächeln.

Wir Friseure sind Feuer und Flamme, wenn wir endlich unseren Traum vom eigenen Salon verwirklichen konnten. Doch bereits nach einigen Jahren Geschäftsalltag denkt so mancher von uns: „Mich muss wohl der Teufel geritten haben!“

Unsere Mitarbeiter im Friseursalon können sich kaum vorstellen, dass die eigene Chefin oder der eigene Chef manchmal den Gedanken haben könnte, die Flinte ins Korn zu schmeißen. Doch tatsächlich kommen viele Unternehmer häufiger an den Punkt, wo man zweifelt, ob sich der ewige Kampf gegen Windmühlen überhaupt lohnt. Kann das Leben nicht auch mal einfach sein!?

Man erwartet von uns als Chef, dass wir unsere Mitarbeiter motivieren. „Aber wer motiviert mich denn?“, denkt so manche Unternehmerin, die gleichzeitig als Ehefrau und Mutter ihren „Mann“ steht. Je älter wir werden und je länger wir über die manchmal „glühenden Kohlen“ der Selbständigkeit gehen, umso müder werden wir.

Jahr für Jahr scheint es schwerer zu werden, uns tagtäglich aufs Neue – und immer nur aus eigener Kraft – anzuspornen. Wir müssen uns ständig selbst so viel Feuer unterm Hintern machen, dass es ausreicht, um unseren Mitarbeitern einen steten Funken davon abzugeben. Auch unsere Kunden wollen sehen, dass wir mit vollem Herzen bei der Sache sind – Sie erwarten es sogar!

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Wir sind verfluchte Alleskönner!

Also los! Wir müssen Vorbild sein! – Ein Vorbild, dass neben den eigenen Mitstreitern an vorderster Front kämpft. Die meisten Friseurunternehmer stehen nämlich selbst als Handwerker hinterm Stuhl: Tag ein Tag aus Kunden gewinnen, begeistern und für Umsatz sorgen.

Daneben müssen wir aber auch ein Schatzmeister sein – Ein Verwalter, der sich um die regelmäßigen Aufgaben im Büro (Buchhaltung, Lohnabrechnungen, Verträge, Monatsabschlüsse, Steuern usw.) kümmert.

Wir müssen aber auch Visionär und Stratege sein. Die Zukunft des Salons müssen wir im fest im Blick haben. Wir müssen Pläne schmieden! Ständig müssen wir neue Ideen entwickeln, auf neue Gegebenheiten reagieren, alle Möglichkeiten in Erwägung ziehen, Lösungen suchen und als Entscheider den richtigen Weg einschlagen. 

Dabei ist es gar nicht so leicht, sich nach Feierabend stundenlang mit den Finanzen, dem Management und dem Marketing des Salons herumzuschlagen. Niemand sieht es – Keinen der Mitarbeiter interessiert es!

Und dann müssen wir auch noch ein Anführer sein! Als Führungskraft sorgen wir für die Umsetzung unserer Pläne im Salon. Wir müssen die Geschicke unserer Mitarbeiter leiten und dabei deren Interessen mit den Belangen des Betriebes unter einen Hut bringen. Gar nicht so leicht!

Viele selbständige Friseure haben Probleme mit ihrer Rolle als Chefin oder Chef. Sie würden lieber der Freund ihrer Mitarbeiter sein, als das „Alphatier“ im Salon zu spielen. Aber wir Chefs müssen uns gar nicht unbeliebt machen oder uns verstellen, um unsere Mitarbeiter richtig zu führen. Im Geteil: Wir müssen authentisch sein! Lesen Sie dazu meine „17 Tipps wie Sie ein besserer Chef werden“!

Friseurunternehmer sind also Vorbild, Handwerker, Verwalter, Visionär, Stratege, Planer, Entscheider und Führungskraft in einer Person! Das alles auf einmal sein zu müssen, ist ein Fluch! Wer ganz allein das Management eines Friseursalons betreibt, kann sich also über zuviel Freizeit nicht beklagen. Das Privatleben bleibt oftmals auf der Strecke. Und was ist der Dank?

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Der Feind im eigenen Salon

Als „Anerkennung“ dafür ernten mitarbeitende Saloninhaber oft nichts als Unverständnis. Klischeehaft werden manche Chefs von den eigenen Mitarbeitern in dieselbe Schublade gesteckt wie reiche Großunternehmer, die ihre Mitarbeiter aufs Schlimmste ausbeuten.

„Huuu! Wir sind die bösen Vampire! Wir saugen den armen Arbeitnehmern ihre Arbeitskraft wie Blut aus den Adern!“ Zumindest entsteht dieser Eindruck, wenn man die Kommentare einiger Friseurgesellen zu so manchem Post auf unserer Facebook-Seite liest. Besonders dann, wenn es um Löhne, Arbeitszeiten und Seminarbereitschaft geht, fühlen sich einige wohl recht „ausgebeutet“.

Es gibt Arbeitnehmer im Friseurhandwerk, die sich in sozialen Netzwerken über ihre Chefs regelrecht auskotzen! Natürlich anonym – versteht sich. Da kann man sich gut vorstellen, wie manche Mitarbeiter hinter vorgehaltener Hand miteinander über ihre eigene Chefin oder ihren eigenen Chef herziehen.

In deren Weltanschauung spiegelt sich ständig das Selbstbildnis vom „ausgebeuteten Arbeitnehmer“. Sie klopfen die typischen Stammtischparolen über die „bösen Kapitalisten“. Diese Schlachtrufe können sie in bestem „Gewerkschaftsdeutsch“ wiedergeben.

Dass derartige Sprüche aber in Wirklichkeit für Großunternehmen gelten, interessiert sie nicht! Hauptsache man kann meckern und damit von sich selbst ablenken. Schließlich haben ja immer die anderen Schuld!

Im Friseurhandwerk gibt es jedoch nur wenige Großunternehmen, bei denen zurecht die Alarmglocken geläutet werden. Das sind einige der großen Friseurketten, die ihre Mitarbeiter dazu „verknacken“, einen Billigstpreis mittels hoher Kundenfrequenz und geringem Lohn zu refinanzieren. Hier hat das pure Profitstreben der Eigner und Aktionäre die Macht über die Unternehmensentscheidungen.

Wir können doch aber nicht alle Friseurunternehmer über einen Kamm scheren!  Im klassischen, Inhaber geführten Einzelsalon sieht die Machtverteilung nämlich ganz anders aus:

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Schlagkräftige Mitarbeiter haben die Macht!

Hier regiert die Marktmacht der rar gewordenen Top-Mitarbeiter. Kein Friseur kann es sich bei der heutigen Personalknappheit noch erlauben, seine umsatzstarken Mitarbeiter schlecht zu entlohnen. Solch „schlagkräftige“ Mitarbeiter, die einen langen Schwanz von Kunden hinter sich herziehen, sind das Rückgrat jedes erfolgreichen Salons.

Wer als Friseurgeselle gute Umsätze im Salon macht, kann heute also wirklich gutes Geld verdienen – vom steuerfreien Trinkgeld reden wir dabei noch gar nicht mal. Wer heutzutage noch das Gefühl hat, von seinem Chef ausgebeutet zu werden, dem sage ich Folgendes:

Jeder ist seines Glückes Schmied.

„Hör auf über zu wenig Geld zu jammern und über deinen „blutsaugenden“ Chef zu meckern! Zahl es ihm doch einfach heim! Kündige und geh zum Salon um die Ecke! Die suchen händeringend gute Mitarbeiter, genau wie alle anderen Salons in deiner Nähe!

Schau mal in die Facebook Friseur-Job-Börse, was da abgeht! Scheinbar alle Friseursalons in Deutschland suchen gute Mitarbeiter! Finde einen guten Salon in deiner Umgebung (ob nun über Facebook oder anders ist Wurscht)! Die werden dir und deinen Kunden einen roten Teppich ausrollen, dich mit Kusshand empfangen, auf Wolken betten und bestmöglich bezahlen.

Wenn dich allerdings kein anderer Salon zu deinen Wunschkonditionen einstellen will, dann hast du dich wohl irgendwie geirrt. Vielleicht liegt es ja daran, dass du gar kein sooo „guter“ Mitarbeiter bist? Vielleicht erwartest du zuviel für das, was du leistest? Denk mal darüber nach, ohne gleich beleidigt zu sein!

Du selbst kannst das nämlich ändern – und nur du selbst! Es wird keine gute Fee kommen und dich in eine Kriegerin (oder einen Krieger) „verwandeln“. Das Kampftraining musst du schon selbst absolvieren. Dieses Schwert liegt allein in deiner Hand!

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Was macht einen Mitarbeiter kostbar?

Du meinst also, du bist ein „guter Mitarbeiter“. Und warum? Weil du handwerklich und fachlich ein“guter Friseur“ bist? Das allein reicht aber nicht aus! Den Beweis, ein guter Mitarbeiter zu sein, kannst du nur antreten, wenn du solide Umsätze und zahlreiche Stammkunden vorweisen kannst.

Darin liegt nämlich der zentrale Wert eines jeden Mitarbeiters im Friseurunternehmen. Anhand dieser Indikatoren wird jeder Saloninhaber deinen Wert einschätzen wollen, bevor er dir sagen kann, welchen Lohn er dir zahlen kann. Je mehr treue Kunden du hast, umso mehr Umsatz bringst du ein, und umso mehr ist deine Arbeitskraft für das Unternehmen wert.

Doch kein Friseur ist von Anfang an mit Hunderten von Stammkunden gesegnet. Um dort hin zu gelangen, bedarf es ausdauernder Lernbereitschaft, kontinuierlicher Arbeit an dir selbst und deinen Fähigkeiten, Geduld, Beharrlichkeit und… Loyalität! Ja, du hast richtig gelesen: Treue und Verlässlichkeit sind sogar einige der wichtigsten Eigenschaften guter Mitarbeiter!

Einen wertvollen Stammkundenkreis kannst du dir schließlich nur dann aufbauen, wenn du über Jahre treu am Ball bleibst und nicht ständig „Salonhopping“ betreibst. Du solltest natürlich im richtigen Salon „gelandet“ sein. Bleibe nur dort, wo man dir auch die Chance gibt, dich zu einem kostbaren Mitarbeiter zu entwickeln und dementsprechend gut entlohnt zu werden!“

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Der Lohn muss fair verteilt werden!

Kaum ein Salon kann es sich leisten, die guten Einnahmen seiner umsatzstarken Mitarbeiter dazu zu verwenden, umsatzschwachen Mitarbeitern gleichhohe Löhne zu zahlen. Als Mitarbeiter kann man doch nicht allen Ernstes erwarten, dass ein anderer Mitarbeiter für den eigenen Lohn mitarbeitet und dafür auf einen Teil seiner möglichen Lohnerhöhung verzichtet?! Das wäre den umsatzstarken Mitarbeitern gegenüber doch mehr als ungerecht! Oder etwa nicht?

So viel Einsicht sollte schon da sein, dass du selbst erkennen kannst, ob deine eigene Leistung eine bessere Bezahlung überhaupt ermöglicht. Doch gerade die umsatzschwachen Mitarbeiter erwarten oft, dass das Geld für ihren Lohn einfach so da ist: „Simsalabim und Fingerschnipps… Hier ist dein Lohn.“ Aber diesen Zauberspruch, der Geld herbeiwünscht, den gibt es nicht!

Manche Gesellen wollen einfach nicht verstehen, dass sie selbst ihren Lohn erarbeiten müssen. Woher soll das Geld denn kommen, wenn nicht von unseren Kunden? Schließlich füllt sich die Schatulle des Unternehmers nicht von allein. Es kann nur das verteilt werden, was nach Abzug der Kosten von der „Beute“ übrig bleibt – eigentlich doch eine ganz einfache Mathematik!

Lohnfaktor – Die Faustformel für fairen Lohn

Es gibt sogar eine recht einfache Faustformel, mit der man die Fairness der Bezahlung eines Friseurgesellen über den Daumen peilen kann:

  • Wer weniger als das 3-fache seines eigenen Bruttolohnes an Umsatz macht, ist wahrscheinlich überbezahlt. Hier wird ein Teil des eigenen Lohns durch die Einnahmen anderer Mitarbeiter querfinanziert, bzw. der Unternehmer zahlt es aus „eigener Tasche“. Das darf kein Dauerzustand bleiben! Hier muss in absehbarer Zeit ein höheres Umsatzziel erreicht werden.

  • Wer mehr als das 4-fache seines eigenen Bruttolohnes an Umsatz macht, ist wahrscheinlich unterbezahlt. In diesem Falle kann man den eigenen Chef schon mal wegen einer Lohnerhöhung „bearbeiten“.

Aber Vorsicht! Einen allgemein gültigen Faktor für faire Bezahlung gibt es leider nicht. Manchmal liegt er auch höher als 4 und manchmal niedriger 3. Weil die Kostenstruktur von verschiedenen Friseursalons sehr unterschiedlich ausfällt, kann dieser Faktor von Salon zu Salon sehr unterschiedlich sein. Hier kann ein nettes Gespräch mit dem Chef Aufschluss bringen, ob und unter welchen Umständen eine Lohnerhöhung möglich ist. Vorausgesetzt: Der Chef kennt den Lohnfaktor seines Salons.

Tipp: Lesen Sie dazu unbedingt auch unsere Beiträge: „Lohnfaktor Friseur: Wie viel Umsatz brauchen Ihre Mitarbeiter?“ und ganz besonders: „Wie Sie den Lohnfaktor Ihres Friseursalons selbst errechnen“!

Damit bereits fair bezahlte Mitarbeiter dennoch mehr Geld verdienen können, muss also zunächst einmal mehr Umsatz eingefahren werden. Dazu müssen entweder mehr Kunden bedient werden, oder der Salon muss die Preise erhöhen.

Anderenfalls würde das Unternehmen bei anwachsenden Lohnkosten unterm Strich immer weniger Gewinn erwirtschaften. Und das wiederum würde die Existenz des Unternehmers irgendwann infrage stellen – und damit auch die Arbeitsplätze im Salon.

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Wir sitzen alle in einem Boot!

Mehr denn je sitzen wir alle in einem Boot. Darum sollten wir aufhören, untereinander in gut und böse zu polarisieren. Das „Schubladendenken“ aus Nachkriegszeiten hat heute keine Berechtigung mehr.

Weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer sollten die jeweils andere Seite pauschal verteufeln oder schamlos ausnutzen! Wir brauchen uns doch gegenseitig, um überhaupt etwas erreichen zu können!

In Wirklichkeit sieht es doch so aus, das wir alle es nicht unbedingt leicht haben. Das Friseurhandwerk ist nämlich einer der Handwerkszweige mit dem geringsten Umsatz pro bezahlter Arbeitsstunde. Das durchschnittliche Preisniveau liegt weit unter dem anderer Branchen.

Dementsprechend fallen auch die Gewinne und das Lohnniveau in der Friseur-Branche niedriger aus. Ja, auch die Unternehmer schaffen es hier nur äußerst selten, zu „fettem Wohlstand“ zu gelangen. Es gibt also kaum einen echten Grund, auf einen Friseurunternehmer neidisch zu sein. Kämpfen müssen wir alle!

Warum sind die Löhne der Friseure überhaupt im Keller?

Diese Antwort fällt nicht schwer: Viele Friseurgesellen versuchen sich mal hier mal da nebenbei als Schwarzarbeiter oder machen sich mal eben versuchsweise selbständig. Mit ihren „Eröffnungsangeboten“ und „Freundschaftspreisen“ machen sie das Preisgefüge der ganzen Branche – und damit auch das Lohnniveau – kaputt.

Das passiert am laufenden Band. Es ist ein einziges Kommen und Gehen bei den Gewerbeämtern – Leider sogar mit staatlicher Unterstützung: Kleinunternehmerregelung und Reisegewerbe sind nur einige der missglückten Maßnahmen, mit denen die Politik die Zahl der Leistungsempfänger von Sozial- und Arbeitsämtern senken will.

Die meisten dieser „Existenzgründer“ merken jedoch recht schnell, dass sie die Verdienstmöglichkeiten als selbständiger Friseur überschätzt haben. Sie geben in den ersten Jahren nach der Gründung auf und lassen sich wieder anstellen. Dann wollen Sie allerdings einen möglichst hohen Lohn vom neuen Arbeitgeber haben.

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Welch ein verrückter Widerspruch!

Sie wechseln nach Belieben die Lager. Wie Verräter und Heuchler suchen Sie nach dem einfachsten Weg, ihren eigenen Vorteil zu optimieren.

Auf der einen Seite verlangen sie den Lohn, der ihnen von Gesetzes wegen oder ihrer Meinung nach „zusteht“. Auf der anderen Seite enthalten sie einen Teil ihrer Leistung vor, um nebenbei der Verlockung des schwarzen Geldes nachzugeben. Sie haben keine Skrupel, ihrem Chef, ihren Kollegen, dem Salon, ja der ganzen Gesellschaft einen Dolch in den Rücken zu stoßen!

Wir ehrlichen Friseure kriechen derweil über die verbrannte Erde, die nach der ewigen Preisschlacht gegen Schwarzarbeiter, Kleinunternehmer und gescheiterte Existenzgründer übrig bleibt. Von uns verlangt man nun immer bessere Löhne! Aber ohne höhere Preise kann es auch keine bessere Entlohnung geben. Ein verdammter Teufelskreis!

Scheinheiligkeit ist ihre Sünde!

Also könnte man beinahe sagen: „Selbst Schuld, ihr Friseure!“ Doch das wäre zu einfach. Auch diese Geschichte hat nämlich zwei Seiten: Warum tun die das denn überhaupt? Warum versuchen sich immer wieder Friseurgesellen an der „fixen Idee“ von der Selbständigkeit? Warum gehen sie schwarz arbeiten bei Nachbarn, Freunden und Bekannten?

Kann man Sie tatsächlich dafür verurteilen, dass sie nicht mit genügend Weitblick gesegnet sind? Kann man es ihnen wirklich zum Vorwurf machen, dass sie einfach nur ein besseres Leben und mehr Geld wollen? Wenn man alle Augen zudrücken und ganz viel Verständnis zeigen würde, dann könnte man ihnen ihr Tun vielleicht sogar verzeihen – sogar den strafrechtlich verfolgbaren Teil!

Unverzeihlich aber ist, dass dieselben Verräter und Heuchler sich entrüstet über ihre Arbeitgeber aufplustern. Sie stellen den eigenen Chef als geizigen Geldsack hin und geben ihm die Schuld an der ganzen Misere! Diese Scheinheiligkeit ist ihre eigentliche Sünde!

Das Schwarze unter den Nägeln

Egoismus und Neid regieren unsere Gesellschaft. Die ewige Unzufriedenheit macht uns alle krank an Körper und Seele. Selbst dann, wenn nichts da ist, auf das man neidisch sein könnte, wird etwas gefunden. Immer meint irgendjemand, es könnte einem anderen besser gehen, als ihm selbst. Schlimm, diese primitive Denke!

In Wirklichkeit wird wohl kaum ein Friseurmeister reich an seinen Gesellen. Den meisten Inhabern genügt das Einkommen aus dem eigenen Salon gerade dazu, finanziell ein wenig besser gestellt zu sein als die eigenen Mitarbeiter. Dieser Fakt wird durch viele Statistiken belegt.

Erschwerend kommt hinzu, dass Unternehmer ihr eigenes Existenzrisiko zu tragen haben. Sie sind nicht staatlich abgesichert wie Arbeitnehmer. Sämtliche Steuern und Versicherungen müssen Unternehmer selbst tragen.

Das vergessen viele Friseurgesellen gern einmal, wenn sie das Einkommen ihres Arbeitgebers „schätzen“. Das bisschen Mehreinkommen, das der Großteil der selbständigen Friseure erzielt, ist also nichts, auf was man in der Branche wirklich stolz sein könnte. Trotzdem gönnen uns manche Menschen nicht das Schwarze unter den Fingernägeln.

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Unser wahrer Reichtum liegt nicht im Geld.

Dabei ist das Geld überhaupt nicht, das was uns antreibt. Sicher, ohne genug Geld wäre ein Leben in unserem Wirtschaftssystem nicht erstrebenswert. Aber vom Geld mal abgesehen, ist Friseur doch ein echter Traumberuf!

Bis auf die ewig Unzufriedenen unter uns, sind Friseure glückliche Menschen. Darin liegt unser eigentlicher „Reichtum“. Kaum ein anderer Beruf bietet die Möglichkeit, sich derart kreativ und ungezwungen entfalten zu können. Wir erfüllen Träume und lassen Kundenwünsche wahr werden! Ist das nicht fantastisch?!

In diesem Handwerk auf eigenen Füßen zu stehen, ist darum umso mehr der Traum vieler Friseure. Dafür nehmen wir einiges an unternehmerischem Risiko und sozialer Unsicherheit in Kauf.

So viel ist uns unser Traum wert!

Um genug Geld zum Leben zu haben, verzichten viele von uns in der Anfangszeit ihrer Selbständigkeit auf einen Teil der finanziellen Absicherung. Bei einigen ist dies sogar zum Dauerzustand geworden!

Doch das darf nicht sein! Nach ein paar Jahren sollte unser Einkommen auch für eine solide, selbst finanzierte Vorsorge ausreichen. Welche Versicherungen für selbständige Friseure dabei unverzichtbar sind, erfahren Sie in unserem Beitrag „Die wichtigsten Versicherungen für Friseure im Überblick“.

Allein die Hoffnung auf bessere Zeiten ist aber nicht genug. Wir müssen auch etwas dafür tun, wenn wir erfolgreicher als das Mittelmaß unserer Branche sein wollen. Viele von uns haben das tatsächlich geschafft und erzielen heute ein solides Einkommen aus dem eigenen Salon. Ein Einkommen, mit dem auch die Kosten der persönlichen Existenzsicherung gut abgedeckt werden können.

Und selbst wenn immer noch ein unternehmerisches „Restrisiko“ bleibt, sage ich: Herzlichen Glückwunsch allen Gleichgesinnten! Wir sind bis hierher gekommen, weil wir allzeit fleißige und lernwillige Friseurunternehmer geblieben sind, die ihre treuen Mitarbeiter wertschätzen und bestmöglich bezahlen.

Ja, richtig gelesen: „bestmöglich“! Wer seine Mitarbeiter immer optimal entlohnt, verdient auf lange Sicht auch selbst besser. Sie werden es uns mit Treue und Leistung danken. Autoritäre Ausbeuter hingegen haben keine Zukunft mehr!

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Wir sind anders – einfach besser!

Wir unterscheiden uns durch die eigenen handwerklichen, fachlichen und kommunikativen Fähigkeiten und durch das Können unseres Personals. Wir heben uns aus der Masse heraus, weil wir uns auch unternehmerisch ständig weiterbilden. Wir lehnen uns nicht zurück, sondern denken und gehen voraus. Wir helfen, fördern und begeistern!

Wir wissen, wohin wir wollen, und geben unserem Team weitsichtig die Richtung vor. Unsere loyalen und engagierten Mitarbeiter sind unsere treuen „Kampfgefährten“. Wir schätzen sie sehr, denn nur zusammen sind wir stark!

Wie echte Helden kämpfen wir täglich Seite an Seite für den gemeinsamen Erfolg! Wenn wir siegen, werden Ruhm und Geld gerecht geteilt. Das schweißt uns zusammen!

Wir sind die Guten!

Doch wie es in jeder spannenden Geschichte so ist, werden den Helden immer wieder Knüppel zwischen die Beine geworfen: Von untreuen Kunden, von abtrünnigen Mitarbeitern, von hinterlistigen Konkurrenten, von unfairen Geschäftspartnern, von starrsinnigen Behörden und vielen, vielen anderen… Es gibt unzählige Gegenspieler und Gefahren in diesem Spiel!

Wir müssen regelmäßig die Stolpersteine aus dem Weg schaffen, die andere für uns dort fallen lassen. Tja, wir Helden haben es eben nicht leicht – weder als Mitarbeiter, noch als Chef. Doch gerade diese Einsicht kann uns – mehr als alles andere – zusammenschweißen! Und so schließe ich mein Plädoyer mit einem Zitat von Winston Churchill:

Manche Leute halten den Unternehmer für einen räudigen Wolf, den man totschlagen müsse. Andere sehen in ihm eine Kuh, die man ununterbrochen melken könne. Nur wenige erkennen in ihm das Pferd, das den Karren zieht! (Winston Churchill)

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© Nejron Photo – Fotolia.com

In diesem Sinne: Bewahren Sie sich Ihr Heldentum! Verlieren Sie nie den Mut! Geben Sie nie auf, und kämpfen Sie weiter! – Seite an Seite mit Ihren tapferen und treuen Gefährten!

Wir sind die Guten!

Ihr Guido Scheffler

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