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Wie wir Friseure erfolgreich Werbung machen

Werbung Friseur Erfolg

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Werbung ist für Friseure oftmals wie ein rotes Tuch: Sie wird verteufelt, weil sie Geld kostet. Dabei kann Werbung richtig effektiv sein und zu höheren Gewinnen führen, wenn Sie denn richtig gemacht wird.

Werbung ist nicht „prinzipiell zu teuer“. Die meisten Friseure nehmen sich nur einfach keine Zeit, um sich ein effektives Marketing- und Werbekonzept für Ihren Salon zu überlegen.

Dabei ist es gar nicht so schwer, effektive Werbung für einen Friseursalon zu betreiben! Christian Funk weiß, wie es geht. Der seit vielen Jahren erfolgreiche Friseurunternehmer ist der festen Meinung, dass Friseure sich einfach viel zu wenig mit dem eigenen Salon-Marketing beschäftigen.

Erfolgreiche Werbung können Sie lernen.

Als Dozent an der Meisterschule Lüneburg lehrt er unter anderem das Fach „Marketing“ und befähigt seine Meisterschüler dazu, selbst zu erkennen, welche Arten von Werbung für Friseursalons Sinn machen und welche nicht.

Er vermittelt aber auch die wichtigsten Schritte beim erfolgreichen Marketing: Zielgruppenabgrenzung, Positionierung und Markenbildung sind für Friseure die drei großen Schritte zu echtem Salonerfolg. Die Werbung kann eben nur dann effektiv und erfolgreich sein, wenn man sich über die Zielgruppe des eigenen Salons im klaren ist.

Wie Sie mit den richtigen Sichtweisen Ihren Salon zu dauerhaftem Erfolg führen, erfahren Sie übrigens in unseren neuen Video-Seminaren. Dort wird Ihnen sehr anschaulich vermittelt, wie Sie eine eigene Zielgruppe definieren, sich bei den Kunden Ihrer Umgebung als Experte für die Erfüllung ihrer Wünsche positionieren und Ihren Salon erfolgreich als Marke in den Köpfen der Menschen verankern.

Werbung Friseur USP

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Anders sein ist angesagt!

„Ohne die Differenzierung des eigenen Angebotes von dem der Konkurrenz, ist selbst die beste Werbung nur herausgeworfenes Geld!“, weiß Funk, „Es ist wichtig, sich von der Masse der Friseure im Ort abzuheben, sich zu unterscheiden, unverwechselbar zu werden.“

Dabei kann Marketing so einfach sein, wenn man es nur richtig anfängt! Christian Funk plädiert für ein Mindestmaß an Zielgruppenabgrenzung, das jeder Friseur als Grundvoraussetzung bewerkstelligen sollte, um überhaupt erfolgreich am Markt bestehen zu können.

In dem hier folgenden Interview mit Guido Scheffler gibt Christian Funk uns einen Einblick in das erfolgreiche Marketing seines eigenen Salons. Er lässt uns aus seinen Fehlern mitlernen, inspiriert uns zu mehr ganzheitlichem Denken im Friseur-Marketing und gibt Tipps für tatsächlich wirksame Werbung…

Werbung und anderes „Teufelszeug“ für erfolgreiche Friseure

friseurmeister_christian_funkEin Interview mit Christian Funk,

Friseurmeister und Unternehmer, Friseursalon „Haarchitektur“ in Lüneburg www.haarchitektur.de

Prüfer und Dozent in der Meisterschule Lüneburg,

Fachautor und Initiator des Haarchitektur-Blogs „Experten Tipps und Tricks vom Friseur“ http://www.haarchitektur.de/blog/

Guido Scheffler: Christian, du teilst deine wertvollen Erfahrungen aus langjähriger Selbständigkeit als Friseur mit deinen Meisterschülern an der Meisterschule Lüneburg. Hier unterrichtest du als Dozent unter anderem auch das Fach „Marketing“. Was genau gibst du den angehenden Friseurmeistern mit auf den Weg in eine möglichst erfolgreiche Selbständigkeit?

Christian Funk: Ich versuche meine Schüler mit möglichst sinnvollem Praxiswissen auszustatten. Sie sollen vermeiden, alle Fehler selbst zu machen, die andere vor ihnen (wie z.B. ich) schon gemacht haben.

Und so beginne ich das Thema „Marketing“ oft damit, dass ich frage, welche Arten von Werbung die Friseure als praktikabel und zielführend für ein Friseurgeschäft ansehen. Als erstes werden dann immer die üblichen „Verdächtigen“ genannt:

  • Printwerbung z.B. Zeitungsanzeigen, Flyer und Plakate,
  • na klar auch Onlinemarketing: Salon-Homepage, Facebook, Google & Co
  • aber auch den städtischen Bus bekleben, Großplakate und Werbung auf der Litfaßsäule finden einige total super,
  • dann mediale Werbung wie: Kino, Radio… und einige ganz Kreative wollen sogar ins Fernsehen! 🙂

Ich bekomme dann immer ein Kratzen im Hals und – trotz erfolgreichem fast anderthalbjährigen Nichtrauchens – einen Hustenanfall! Wenn man sich die ganzen Kisten nämlich einmal anschaut, dann kostet das alles unglaublich viel Geld! Der Rücklauf an Kunden aus vielen der genannten Werbekanäle ist oft fragwürdig.

Friseur Werbung

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Aus Werbefehlern lernen!

Guido Scheffler: Als mittlerweile sehr erfolgreicher Saloninhaber hast du ja sicher auch viel „Lehrgeld“ gezahlt. Wie wir alle, die ein eigenes Friseurgeschäft aus dem Boden gestampft haben, hast bestimmt auch du viel ausprobiert, viel Geld „verbrannt“, bis du endlich eine ideale Lösung für dein Salon-Marketing gefunden hattest?

Christian Funk: Okay, ich habe zwar viele Jahre Erfahrung als Friseurunternehmer, aber auch ich bin natürlich nicht schlau vom Himmel gefallen! Ich hab unglaublich dumme Sachen gemacht: Teure Fehler, die mir gerade in der Anfangszeit richtig weh taten! Aber je mehr etwas schmerzt, umso besser lernt man bekanntlich daraus! 🙂

Beispielsweise hatte ich mir einen fürchterlich teuren und langfristigen Werbevertrag aufquatschen lassen. Dabei wurden kleine Werbetafeln an Einkaufwagen gepappt! Immerhin konnte ich mir noch aussuchen, ob bei Lidl oder Kaufland.

Das Ergebnis: Über lange Zeit fürchterlich viel Geld aus dem Fenster geworfen und keine Sau kam wegen so einer blöden Tafel am Einkaufwagen in meinen Salon! Gott, was für eine Dummheit! Aus heutiger Sicht völlig idiotisch! Als damals noch dummer Anfänger hatte ich mich von der netten Werbetante halt bequatschen lassen.

Später hatte ich dann ein schönes Werbevideo im Kino zu laufen. Auch hier natürlich ein langfristiger Vertrag, aber zum Glück nicht ganz so teuer, wie die Sache mit den Einkaufswagen.

Das Video war durchaus sehenswert. Es war auch kein solch peinliches, typisches Kinowerbevideo. Mein Name und mein Logo waren allerdings nur in den letzen drei Sekunden des Spots zu sehen. So machte ich eher Werbung für alle anderen Friseure der Stadt, als direkt für meinen eigenen Salon.

Dann verteilte ich irgendwann Flyer mit – sage und schreibe – 20% Neukundenrabatt! Oh mein Gott, war ich blöde! So naiv, meinen ganzen Gewinn zu verschenken! 🙂

Guido Scheffler: Die ideale Marketinglösung für seinen Salon muss jeder Friseur ja selbst finden. Welche hast du gefunden?

Christian Funk: Hat lang gedauert, aber eigentlich ist es eine ganz simple Lösung: Heute tue ich den Teufel mit Billig! Bloß nichts mehr günstiger machen oder gar verschenken! Im Gegenteil: Lieber mache ich alles teurer!

Das hab ich wirklich gemacht! Ich habe einfach meine Preise angehoben, um durch den „Qualitätsvermutungseffekt“ die richtigen Kunden anzuziehen. Dann habe ich denen die hohe Qualität meiner Arbeit tatsächlich unter Beweis gestellt. Diese Maßnahme hat mir bisher am meisten gebracht!

Heute habe ich nach 12 Jahren harter Schule, viel gelernt und habe erstaunlicherweise sehr geringe Werbekosten! Ganz einfach weil ich kaum Werbung mache, die etwas kostet! Aber ich habe auch viel Glück gehabt und die richtigen Leute kennen gelernt! Leute mit viel Wissen und großem Erfahrungsschatz! Und ich bin ein hervorragender Wissensjäger und nehme alles mit, was ich nur lernen kann!

Werbung Friseur

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Glaube keinem Werbeverkäufer!

Christian Funk: Aber schenkt man den Werbefutzis Glauben, ist genau deren Werbeangebot natürlich das, was man unbedingt braucht als Friseur! 🙂 Die wollen nämlich alle wie sie da hinter ihren Telefonen sitzen nur unser Bestes: Und das befindet sich (noch) auf der Bank!

Guido Scheffler: Ja, das kennen wir Friseure wohl alle. Solche Verkaufsgespräche nerven total und stören unsere Salonabläufe! Ich lasse mich schon gar nicht mehr auf das typische „Verkaufsgespräch“ am Telefon ein.

Mein erster Satz nach der Begrüßung lautet dann immer: „Okay, und was wollen Sie mir verkaufen?“. Das ist übrigens ein guter Trick! Damit kürze ich das Gespräch nämlich ungemein ab, und der Verkäufer kommt (nach kurzem Schlucken) dann gleich auf den Punkt.

Allerdings wollen die meisten erst einmal den „Fuß in die Tür“ bekommen. Sie wollen einen Vertreter vorbeischicken, der die Sache „vor Ort mal vorstellt“. Aber darauf lasse ich mich nur selten ein.

Stattdessen bitte ich um eine kurze Erklärung der Werbemöglichkeit am Telefon. Das kostet am Ende weniger Zeit als ein Vertreterbesuch, und ich kann sofort einschätzen, wie viele Kunden diese Werbung in meinen Laden bringen könnte.

Gleich darauf kommt dann meine Frage nach den ungefähren Kosten dieser Werbung. Will die (meist weibliche) Telefonkraft die Kosten nicht nennen, ist das Gespräch für mich eh beendet. Nennt sie hingegen die ungefähren Kosten, kann ich schnell einschätzen, ob sich dieses Werbeangebot überhaupt rentieren kann. So kann ich sofort „Ja“ oder „Nein“ sagen.

Werbung Friseur Kosten

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Wie viel darf die richtige Werbung kosten?

Guido Scheffler: Die Rechnung ist ja ganz schnell nebenbei gemacht: Einem Durchschnittsfriseur bleiben 15-20% Gewinn von seinen Umsätzen. Das bedeutet, dass man ungefähr das Sechsfache der Werbekosten an Zusatzumsatz durch die Werbung generieren muss! Und das nur, um den durch die Werbekosten entgangenen Gewinn wieder reinzuholen! Dann hat man also noch keinen Mehrgewinn gemacht!

Ich werde das mal anhand einer kleinen Beispiel-Rechnung erläutern. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten Friseure gleich staunen werden, wie viele Kunden sie für die Finanzierung einer recht günstig erscheinenden Werbeaktion zusätzlich bedienen müssten, um die für die Aktion ausgegebenen Kosten auszugleichen!

Eine einfache Beispiel-Rechnung:

Werbekosten = €500

Durchschnittsumsatz pro Kunde = €40

erforderlicher Amortisationsumsatz = €500 x 6 = €3000!

Anzahl erforderliche Neukunden  = Amortisationsumsatz : Durchschnittsumsatz pro Kunde = €3000 : €40 = 75!!!

Das heißt: Ein Salon mit einem Durchschnittsumsatz von €40,- pro Kunde müsste ca. 75 Kunden mehr bedienen, nur um die Kosten der Werbung von €500,- wieder rein zu holen! Mal ganz ehrlich: Nur den wenigsten Werbeangeboten traue ich zu, so viele Neukunden in meinen Salon zu bringen.

Damit ein aussichtsloses Verkaufsgespräch ein höfliches aber schnelles Ende findet, bekommen hartnäckige Telefonverkäufer das so direkt von mir gesagt: „Ich müsste 75 Neukunden gewinnen, nur um die Kosten Ihrer Werbung wieder rein zu bekommen. Trauen Sie das Ihrem Angebot überhaupt zu? Ich eigentlich nicht.“

Nur wenn ich der angebotenen Werbeform tatsächlich zutraue, dass ich einen Mehrgewinn erzielen könnte, dann kommt sie überhaupt für mich infrage. Erst dann erhält ein Vertreter bei mir tatsächlich einen Termin „vor Ort“.

Werbung Friseur Zielgruppe

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Angebot und Werbung auf Zielgruppen ausrichten!

Christian Funk: Auch ich bewege mich ganz klar weg von dem üblichen Marketinggeschwafel der Werbeverkäufer! Ich beschäftige mich erst einmal damit, wen ich als Friseur überhaupt erreichen will mit meiner Werbung und wie ich von diesem dann wahrgenommen werden will. Das ist für mich die wichtigste Richtung, in die ich nun einmal denken muss!

Guido Scheffler: Aha? Zielgruppenabgrenzung also! Viele Friseure wollen sich ja nicht auf eine bestimmte Zielgruppe festlegen. Sie wollen lieber den breiten Markt bedienen und jeden möglichen Kunden zufriedenstellen.

Irgendwann wundern sie sich dann, dass das nicht hundertprozentig funktioniert. Sie verzetteln sich im Mittelmaß, weil Sie es jedem Kunden recht machen wollen. Ich sage immer: „Es gibt Kunden, die brauchen wir nicht! Die schaden uns mehr, als sie uns nutzen!“

Viele unserer Berufskollegen  wissen aber nicht, wie wichtig es ist, das eigene Friseurangebot und das gesamte Salon-Marketing auf eine bestimmte Zielgruppe auszurichten. Damit beschäftige ich mich übrigens gerade in den neuen Video-Seminaren auf dieser Website, wo ich die Zielgruppenabgrenzung sehr einfach erkläre.

Gerade durch undifferenzierte Werbung kann man als Friseur eben viel Geld verpulvern. Oft wird Werbung in irgendwelchen Massenmedien geschaltet, ohne nachzudenken, wen man überhaupt erreichen will. Warum denkst du haben wir Friseure solche Probleme mit der Eingrenzung einer Zielgruppe?

Christian Funk: Ich denke viele Friseure haben einfach Angst davor, einen Fehler zu machen. Die richtige Zielgruppe zu definieren, ist ja auch nicht ganz so einfach.

Wenn ich mich als Friseur im Markt positionieren will, ist meine potenzielle Kundschaft erst einmal sehr zahlreich. Die ursprüngliche Zielgruppe ist also meist unglaublich groß, aber auch sehr vielfältig.

Klar kann ich diese Ausgangszielgruppe jetzt extrem einschränken, in dem ich mich z.B. auf eine modische Randgruppe spezialisiere. Aber die wenigsten Friseure eignen sich als Szenefriseur! In nicht so stark besiedelten Gegenden haben Friseure auch einfach nicht genug Kundenpotenzial in zu eng gefassten Zielgruppen.

Also muss ich meine Zielgruppe etwas weiter definieren. Ich muss jung und alt und natürlich vom Single bis zur Familie und alles dazwischen mit meinem Angebot ansprechen können.

Und das ist gar nicht so einfach! Wenn ich will, dass mein Angebot mehreren, verschiedenen Personengruppen gefällt, dann muss ich fürchterlich aufpassen, dass ich nicht irgendwann unglaubwürdig werde!

Erfolg Friseur Zielgruppe Werbung

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Zielgruppenbestimmung als „Mindestanforderung“ für den Erfolg als Friseur

Guido Scheffler: Nun kann man Zielgruppen ja nach ganz unterschiedlichen Kriterien bestimmen: Alter, Geschlecht, Haushaltseinkommen, Zugehörigkeit zu ethnischen Gruppen, bestimmte Lebenseinstellungen, gesellschaftlicher Status oder modische Vorlieben sind nur einige Beispiele.

Sicher ist es nicht ganz einfach, die richtige Entscheidung zur Abgrenzung zu treffen. Welche Art der Zielgruppenabgrenzung würdest du einem Friseursalon denn als „Mindestanforderung“ empfehlen?

Christian Funk: Da gibt es ein Unterscheidungsmerkmal, das ich persönlich für unverzichtbar halte. Jeder Friseur, der sich nicht auf eine mehr oder weniger eng gefasste Zielgruppe spezialisieren will oder kann, sollte zumindest diese beiden großen Zielgruppen klar voneinander abgrenzen:

  • Die Kunden, die es möglichst schnell und billig haben wollen
  • und die Kunden, die es möglichst gut und dementsprechend auch teuer möchten!

Ich sage absichtlich „teuer möchten„, denn hier kann ich eine klare Grenze ziehen zwischen Kunden, denen meine hochwertige Arbeit einen entsprechenden Preis wert ist, und denen, die nur eine Standardleistung für einen günstigen Preis erwarten.

Ich persönlich will überhaupt keine Schnäppchenjäger zu mir in den Laden holen, und diese Botschaft muss ich dann auch ganz klar nach außen transportieren! Denn bei der Abgrenzung nach dem Merkmal „Qualitäts- und Preisbewusstsein“ muss ich mich auch wirklich an die von mir bevorzugte Zielgruppe und deren Wünsche und Bedürfnisse halten! Der Service, die Qualität meiner Produkte und die Güte meiner Dienstleistungen müssen zu meiner gewählten Zielgruppe passen! Unbedingt!

Nichts wäre schlimmer, als wenn ich mit billigen Preisen auf Kunden losgehe, die hohe Ansprüche an Qualität und Service haben! Diese Kunden würden bei zu günstigen Preisen ganz einfach nicht glauben, dass man gut genug ist, sie überhaupt zufriedenstellen zu können!  Schon rein kostentechnisch wäre es nicht machbar und auch nicht sinnvoll, wenn ich aufwendige Arbeiten zu billig verschleudere!

Anders herum: Wenn ich die Schnäppchenjäger ansprechen will und mein Konzept mit Edelprodukten und viel Service bestücke, meine Dienstleistungen zu aufwendig gestallte und mit zu viel Schnickschnack verziere, dann werden sich bei meiner Kalkulation finanzielle Löcher auftun. Mehr noch: Der preisbewusste Kunde, der es in der Regel auch eilig hat, wird genervt fern bleiben!

Werbung Salon Friseur Friseursalon

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Mit Werbung das Marken-Image des Salons verbreiten und festigen

Guido Scheffler: Okay, du hast also deine Zielgruppe weniger eng, aber doch recht deutlich abgegrenzt. Das war ganz sicher die Voraussetzung dafür, dass du deinen Salon erfolgreich als Qualitätsführer im Ort positionieren konntest. Welche Dinge kommunizierst du, um dein eigenes Friseurgeschäft dauerhaft erfolgreich als Marke im Markt zu verankern?

Christian Funk: Die wichtigsten Punkte, die mich und mein Unternehmen als Marke kennzeichnen (und die ich auch laut und deutlich ausposaune), sind:

  • hohe Preise, hohe Qualität und ein gesundes Selbstvertrauen aller Mitarbeiter. Hieraus resultieren branchenunübliche, hohe Durchschnittsgehälter unserer Mitarbeiter.
  • hochwertige, nachhaltige und sehr exklusive Produkte. Wir haben ständig Produktneuheiten, die wir öffentlich testen. So haben wir uns ein Experten-Image erarbeitet.
  • spezielle Dienstleistungen, die in unserer Umgebung kein anderer bieten kann. Damit erhalten wir stets unser Alleinstellungsmerkmal aufrecht.
  • Qualität, Beratungskompetenz und Kommunikation auf einer neuen und anderen Ebene. Das heißt: Wir reden Klartext und bieten eine ehrliche, ganzheitliche Beratung. Wir haben feste, trainierte Vorgehensweisen, Beratungsplätze mit spezieller Beleuchtung und unterschiedliche Beratungskonzepte für Männchen und Weibchen. Das macht unseren Salon einzigartig.
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Der richtige Werbekanal entscheidet!

Guido Scheffler: Du weißt ja ganz bestimmt, welche Medien deine Zielgruppe nutzt. So kannst du diejenigen Werbekanäle auswählen, in denen du möglichst viele deiner potenziellen Kunden mit möglichst wenig Geldeinsatz erreichst. Du hast dich dabei für das Internet als Hauptkanal entschieden. Warum?

Christian Funk: Ich habe einfach über die Jahre festgestellt, dass ich die Zielgruppe meines Salons mit den neuen Medien besonders effektiv und kostengünstig erreiche. Das dürfte bei den meisten Salons, die eine ähnlich breite Zielgruppe bedienen, zutreffen. Deshalb habe ich meine Aktivitäten im Internet immer mehr verstärkt.

Ich denke, ich kann mich heute durchaus als Marketingexperten für meinen Salon bezeichnen – insbesondere was Webmarketing und  SEO angeht. Aber auch auf diesem Gebiet habe ich natürlich zunächst viel Lehrgeld bezahlen müssen.

Meine Fehler hier alle aufzuführen, würde wohl den Rahmen sprengen. 🙂 Ich weiß heute jedenfalls, wie ich meine Salon-Homepage bei Google auf den ersten Platz bekomme. Dieses Wissen ist in der heutigen Zeit unbezahlbar!

Guido Scheffler: Genau so ist es bei mir auch. Herkömmliche Werbeformen habe ich teilweise komplett eingestellt, weil ich bei Google, Facebook und Co einfach zielgerichteter und damit effektiver in meiner Zielgruppe werben kann.

Facebook ist derzeit mein absoluter Favorit! Hier kann ich anhand von Filtern ganz genau bestimmen, wer meine Anzeigen auf Facebook sehen soll und wer nicht. Ich kann den Wohnort, das Alter, das Geschlecht und persönliche Interessen der potenziellen Kunden eingrenzen.

Ich kann auf Facebook sogar Zielgruppen definieren, die meiner Salonzielgruppe ähneln (Lookalike Audiences) oder die meine Salonwebsite bereits einmal besucht haben. Das reduziert die sogenannten Streuverluste meiner Werbung enorm und macht meine Salon-Werbung sehr effektiv.

Werbung Friseur Facebook Google

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Online-Marketing als Friseur? Ja, aber bitte nur professionell!

Guido Scheffler: Allerdings sind die meisten Friseure in Sachen Internet nicht so fit wie wir beide. Das liegt ganz einfach daran, weil viele Saloninhaber selbst hinterm Stuhl stehen. Da bleibt eben keine Zeit, um auf diesem Gebiet eigene Erfahrungen zu sammeln.

Dennoch versuchen es viele einfach mal eben in Eigenregie – oftmals sogar ohne sich vorher über Online-Marketing belesen zu haben. Doch das Internet ist in den letzten Jahren ein anspruchsvolles Werbemedium geworden.

Mit unprofessioneller Präsentation im Web kann man seinem Salon-Image einen heftigen Schaden zufügen! Geh deshalb doch mal ein wenig genauer darauf ein, was ein Friseur braucht, um ein gutes Online-Marketing für seinen Salon zu machen!

Christian Funk: Als ich den Entschluss getroffen hatte, mir eine neue Website basteln zu lassen, habe ich mich natürlich auf gefühlten tausend Seiten meiner geschätzten Kollegen umgeschaut. Ich wollte mich einfach mal inspirieren lassen, um zu schauen, wie ich es machen kann.

Allerdings fand ich dabei eher heraus, wie ich es nicht machen will! Wenn ich ganz ehrlich sein darf: Ich war stets in Gefahr, an Augenkrebs zu erkranken! Nicht nur, dass viele Seiten nach selbstgezimmert, Katzenzüchter-Hobby ausschauten… es war zum Teil auch extrem mieses Bild- und Informationsmaterial vorhanden.

Das zog sich durch die Bank und alle Schichten von Salonkonzepten hindurch! Wirklich tolle (und von mir auch geschätzte Kollegen) haben zum Teil so fürchterliche Internet-Seiten, dass es mich gruselt!

  • Kunterbunt
  • tausend verschieden Schriftarten, Schriftgrößen und Schriftfarben
  • ungleiche Bilder und Bildergrößen
  • keine Optimierung für Mobilgeräte (Responsive Design)
  • viel zu viel Text
  • unorganisiert und unaufgeräumt
  • fehlende oder falsche Informationen
  • oft sogar rechtlich bedenklich, weil abmahnfähig
  • pixelige und kaum lesbare Grafiken
  • und natürlich fehlt häufig die wichtigste Information, die potenzielle Kunden am meisten interessiert: Nämlich die Preise! Denn an den Preisen (das wissen wir ja schon) wird die Qualität fest gemacht!

Solch unprofessionelle Salon-Seiten schrecken Menschen doch eher ab, als dass sie sie in den Laden locken! Also dann lieber gar keine Website! Lasst euch doch Zeit und spart lieber euer Geld bis ihr Euch das wirklich gut und professionell machen lassen könnt!

Solang ihr euch keine eigene Webpräsenz leisten könnt, gibt es ja auch kostenfreie Möglichkeiten der Webpräsentation wie z.B. mit einer Google Places oder Google+ Seite. Hier könnt ihr Bilder von euch, eurem Geschäft, Mitarbeitern und euren Arbeiten zeigen – letztendlich ist es fast wie eine Website, nur eben nicht die eigene.

Hier könnt ihr euer Unternehmen auch von den Kunden bewerten lassen. Diese Bewertungen erscheinen bei der Google-Websuche natürlich immer ganz oben. Und wenn ihr auch noch viel und gut bewertet seid, dann erscheint ihr natürlich auch hier an erster Stelle!

Das gleiche gilt natürlich auch für eine Geschäfts-Facebook-Seite, aber dabei geht es dann zusätzlich um möglichst zahlreiche Likes und die richtigen Follower.

Guido Scheffler: Wir danken dir herzlich für diese Einblicke in dein erfolgreiches Friseur-Marketing, Christian. Wer mehr über deine Erfolgspraktiken erfahren möchte, kann über die obigen Daten Kontakt zu dir aufnehmen.

Guido Scheffler: An dieser Stelle möchte ich auch nochmals auf unsere neuen Video-Seminare hinweisen, die sich eingehend mit den hier nur angeschnittenen Themen beschäftigen. Viel Erfolg all unseren Lesern bei der Umsetzung eines erfolgreichen Friseur-Marketings!