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Friseure und ihre Preise – Zeigen oder Schweigen?

Preise Friseur Preisliste

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Preistransparenz ja oder nein? Sollten Sie als Friseur Ihre Preise kommunizieren oder sogar mit Ihren Preisen werben? Oder genügt es, wenn der Neukunde seinen Endpreis an der Kasse erfährt? Dies ist ein Punkt über den Friseure verschiedener Meinung sind – kein Wunder! Schließlich sind die Salonkonzepte oftmals sehr verschieden, und so ist auch die Preistransparenz eine Frage des Kundennutzens, den der jeweilige Salon bietet.

Schauen wir uns einmal die Vor- und Nachteile von Preistransparenz bei Salons unterschiedlicher Preisschienen an:

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Preistransparenz auf der Hochpreisschiene

Mal angenommen, Ihr Friseursalon, gehört zu den teuersten der Stadt – Dann befürchten Sie als Inhaber natürlich, dass eine Preisliste im Schaufenster manch preisbewusste Neukundin abschrecken könnte. 

Aber mal ehrlich: Diese Kundin wäre so oder so nur einmal bei Ihnen und nie wieder, weil ihr an der Kasse vor Schreck der Atem stockt. Oder wäre die Kundin etwa von Ihrem Service so sehr begeistert, dass ihr der Preis, der ihr vorher noch so wichtig erschien, nun plötzlich ganz egal geworden ist?

Es ist eher unwahrscheinlich, dass Sie eine preisorientierte Kundin in eine Stammkundin Ihres High-End-Salons verwandeln. Die gehört ja gar nicht zu Ihrer Zielgruppe. Sie brauchen keine Anstrengungen unternehmen, diese Kundin zu gewinnen, da sie Ihnen eh keine regelmäßigen Einnahmen bringen wird. Also können Sie ruhigen Gewissens Ihre Preise bekanntgeben.

Werbung für hohe Preise zu betreiben, wäre allerdings sinnlos. Der Preis ist für die Kernzielgruppe eines Top-Salons so wie so kein Nutzen-Argument. Wenn Ihre Hauptkundschaft also beispielsweise eher gut betucht ist und das Preisbewusstsein gegenüber dem Qualitätsanspruch verschwindend gering, dann beschränken Sie Ihre Preiskommunikation räumlich auf Ihren Salon!

Aber vergessen Sie nicht, dass offene Preisangaben bei Ihren Kunden Vertrauen schaffen. Und durch Vertrauen wiederum gewinnt man treue Stammkunden. Die wollen Sie ja schließlich haben, und die brauchen Sie auch, um langfristig als Friseur bestehen zu können. Ein offener Umgang mit Ihren Preisen und eine gute Zugänglichkeit Ihrer Preisliste sind Voraussetzung dafür.

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Mit Preisen Werbung machen

Wenn Sie allerdings einen Salon betreiben, bei dem der Preis eine entscheidende Rolle im Konzept spielt, dann müssen Sie sogar mit Ihren Preisen werben. Ihr Preis ist schließlich heiß und bietet Ihrem preisorientiertem Publikum einen Nutzen. Woher sollen potenzielle Kunden Ihrer preissensiblen Zielgruppe sonst erfahren, dass es günstig ist bei Ihnen?

Sie sollten in diesem Falle Ihre Preise hinausposaunen, indem Sie sie beispielsweise auf der Salon-Homepage, im Schaufenster oder Kundenstopper, am Behandlungsplatz, auf Flyern oder in Zeitungsanzeigen platzieren.

Vertrauen gewinnen mit der Preisliste

Die meisten Salons liegen jedoch im mittleren Preissegment. Wenn Sie Inhaber eines solchen mittelpreisigen Salons sind, dann sind Sie natürlich hin und her gerissen zwischen einem „Ja“ und einem „Nein“ zur Preistransparenz.

Vor und Nachteile hat schließlich beides. Dennoch überwiegen aus Marketing-Sicht die Vorteile einer angemessenen Ehrlichkeit in Sachen „Preisliste“. Als guter Friseur braucht man sich schließlich mit seiner Leistung und seinen Preisen nicht zu verstecken!

Wenn das handwerkliche Ergebnis stimmt und der Preis für die Leistung angemessen ist, dann kann man seine Preise ruhig vorzeigen. Das schafft Vertrauen bei potenziellen Neukunden. Die haben nämlich oftmals nur Angst, dass sie an der Kasse nachher mehr bezahlen, als sie vorher bereit gewesen wären auszugeben. Die Preisbereitschaft an sich ist meist gar nicht so gering.

Damit Sie mit Ihrer Preisliste jedoch niemanden verschrecken, sollte sie möglichst leicht verständlich und nicht zu lang sein. Je leichter ein Kunde erkennen kann, welchen Preis er für seine Wunschbehandlung am Ende zu bezahlen hat, umso höher ist sein Vertrauen. Damit steigt auch die Bereitschaft eines Neukunden, den ersten Schritt in Ihren Salon zu tun.

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Pflicht zur Offenlegung der Preise

Übrigens: Sie sind sogar gesetzlich dazu verpflichtet, Ihre Preise öffentlich zu deklarieren. So mancher Friseur weiß das gar nicht! Wenn Sie es nämlich nicht tun, dann könnten durch einen Konkurrenten kostenpflichtig abgemahnt oder vom Amt mit einem Bußgeld belegt werden.

Es gibt Mindestanforderungen der Preisauszeichnung, welche gesetzlich vorgeschrieben und durch Sie zu erfüllen sind. Sogar die Genauigkeit der Preisangaben selbst ist reglementiert. Ungefähre Preisangaben dürfen laut Gesetz nicht sein. Lesen Sie hierzu unseren Beitrag „Friseure müssen konkrete Preise angeben und die Preisliste aushängen“!

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