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 Mindestlohn im FriseurhandwerkZunächst sind wir uns sicher alle einig: Mindestlöhne im Friseurhandwerk wären prinzipiell eine sehr gute Sache für die Arbeitnehmer der Branche, die dann vielleicht von ihrem Einkommen als Friseur leben könnten, ohne von einem finanzkräftigeren Lebenspartner abhängig zu sein. Friseurlöhne von unter 3,- Euro pro Stunde in einigen Regionen Deutschlands sind derzeit jedoch leider die Realität. Dafür ist der Job als Friseur einfach zu hart, um mit solch einem "Trinkgeld" abgespeist zu werden. Insofern wäre ein Mindestlohn für die Friseure durchaus eine sehr anstrebenswerte Sache. Man würde dem Preisdumping und damit dem Lohndumping eine menschenwürdige Untergrenze setzen. Soviel zu den aufrichtigen Zielen der geplanten "Operation Mindestlohn".
Nun wollen wir die Problematik der Angelegenheit einmal mit Wirtschaftsrealität beleuchten: Schon heute ist der Wettbewerb unter den Friseuren nicht fair. 11 Prozent der Friseurbetriebe sind nicht umsatzsteuerpflichtig, weil sie (offiziell) weniger als 17500,- Euro Jahresumsatz erzielen. Diese Betriebe haben allein durch die Einsparung der Mehrwertsteuer eine um 19% höhere Gewinnmarge, beschäftigen aber keine Arbeitnehmer und bilden auch keine Azubis aus. Von den Friseuren im Reisegewerbe, die weder Meistertitel noch Berufserfahrung für die Selbständigkeit benötigen, ganz zu schweigen. Diejenigen Unternehmer jedoch, welche ihre soziale Pflicht gegenüber unserer Gesellschaft erfüllen, die in ihren Betrieben Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen sowie Steuern und Sozialabgaben zahlen, werden von unserer Gesellschaft noch dafür bestraft. Dieser ungleiche Wettbewerb hat zur Folge, dass die Tariflöhne im Friseurhandwerk heute so niedrig sind wie in kaum einer anderen Branche. Die Diskussion über einen Mindestlohn für Friseure heizt die Debatte zusätzlich an. Sollen die "braven" Friseurunternehmer nun noch zusätzlich bestraft werden und die "Einzelgänger" weitere Wettbewerbsvorteile erhalten? Die Einführung des Mindestlohns bei den Friseuren würde den Wettbewerb zwischen arbeitgebenden und ausbildenden Friseurunternehmern auf der einen Seite und den "egoistischen" Klein- und Reiseunternehmern auf der anderen Seite weiter verzerren. Höhere Preise in den Friseursalons der Arbeitgeber und Ausbilder, die ja zweifelsfrei die Folge wären, könnten die Kundschaft zunehmend zur billigeren Konkurrenz locken. Eine sehr wahrscheinliche Folgeerscheinung könnte der Verlust tausender Arbeitsplätze im Friseurhandwerk sein. Um dem entgegenzuwirken müssten unserer Meinung nach im gleichen Zuge mit der Einführung von Mindestlöhnen die steuerlichen Privilegien der Kleinunternehmer in der Friseurbranche fallen. Anderenfalls würde das oben beschriebene Szenario der massenhaften Arbeitsplatzverluste immer wahrscheinlicher. Nach Auffassung des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks (ZV) entbehrt eine eventuelle Aufnahme des Friseurhandwerks in das Entsendegesetz ohnehin jeglicher Grundlage, da es hier keine Entsendeproblematik gibt. Der ZV lehnt den von Bundesarbeitsminister Franz Müntefering avisierten einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn kategorisch ab. Die Einführung eines Mindestlohnes würde die Unternehmen einer noch stärkeren Schwarzmarkt-Konkurrenz ausliefern und sei kein geeignetes Instrument um im Friseurhandwerk Arbeitsplätze zu schaffen sondern hätte eben genau das Gegenteil zur Folge. In jedem Falle wäre die Einführung eines deutschlandweiten Mindestlohnes von 7,50 Euro völlig falsch. In einigen Bundesländern würde dies eine Verdoppelung der Lohnkosten bewirken und hätte damit eine untragbare Verzerrung der Preis- und Wettbewerbsstrukturen zur Folge. Hier müssen also unbedingt die regionalen Gegebenheiten bei der Festlegung der Mindestlöhne beachtet werden.
Selbst wenn der Mindestlohn für Friseure nicht kommen sollte, so sind gut bezahlte Mitarbeiter doch die beste Investition für jedes Unternehmen. So weit sollte jeder Unternehmer in die Zukunft denken. In unserem Wismarer Salon zahlen wir weit überdurchschnittliche Löhne obwohl unser Salon in einer der strukturschwächsten Gegenden Deutschlands liegt. Der Lohn setzt sich zusammen aus Grundlohn, Leistungslohn und Verkaufsprovisionen. Bei der Einführung eines regional abgestimmten Mindestlohnes, würden wir sicher nicht einmal etwas an unseren Löhnen ändern müssen, hätten aber den Vorteil, dass wir bereits schon jetzt topmotivierte Mitarbeiter haben. Solch überdurchschnittliche Löhne zu zahlen ist sicher nicht jedem Unternehmer möglich. Auch wir haben 10 Geschäftsjahre gebraucht, ein solches Lohnniveau gemeinsam mit unseren Mitarbeitern zu erarbeiten. Dennoch sollte es eines der höchsten Unternehmensziele sein, zufriedene und gut bezahlte Mitarbeiter zu haben - auch ohne staatliche Verordnung. Leider sieht auch hier die Realität im Denken vieler Friseur-Unternehmer ganz anders aus. Es ist also bestimmt nicht verkehrt, dass einmal deutschlandweit die Friseurlöhne zur Diskussion stehen. interssanter Link zu Wikipedia: Mindestlohn Autor: Guido Scheffler (www.dannys-salon.de) <<< Inhaltsverzeichnis
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